AK Antifaschismus

 

Pressemitteilungen des AK Antifaschismus Rosenheim

(hier sind die Pressemitteilungen des AKAntifaschismus ab den 13.09.05 veröffentlicht, Pressemitteilungen vor dem 13.09.05 sind leider nicht online)

 

 

01./06) 05.01.06: Naziaufmarsch in München - Proteste aus Rosenheim

2./05) 21.10.05: Erneut rechte Neofolk/Industrial Veranstaltung in Rosenheim
1./05) 13.09.05: Gewalt nach Eishockey, Rechte Schlläger verprügeln Jugendliche

 

01/06) ------------------------------------------------------------------------------------

Naziaufmarsch in München - Proteste aus Rosenheim

Rosenheim/München - Am Samstag, den 14. Januar 2006, planen Neonazis, die sich selbst "Autonome Nationalisten" nennen, in München aufzumarschieren. Es ist anzunehmen, dass die Faschisten den 5. Jahrestag des beinahe tödlichen Naziangriffs auf den Griechen Artemios T. "feiern" möchten. Damals hatten sich in einem Lokal rund 65 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer "Geburtstagfeier" getroffen. Zu zwanzigst prügelten sie auf den zufällig vorbeikommenden Artemios T. ein, der nur dank des beherzten Eingreifens mehrerer Türken den Angriff überlebte.

In der Region Rosenheim haben sich aus diesem Grund zehn Organisationen zusammengeschlossen, um gemeinsam zu Protesten gegen den Naziaufmarsch aufzurufen. "Dieser Aufmarsch ist eine Provokation für jede Demokratin und jeden Demokraten. Das darf nicht widerstandslos hingenommen werden" so Michael Kurz, ein Sprecher des Bündnisses. Laut Kurz sind alle Menschen aus der Region aufgerufen, sich an der gemeinsamen "antifaschistischen Demofahrt" zu beteiligen. Treffpunkt dazu ist am Samstag, den 14.01.06 um 11:11 Uhr am Bahnhof Rosenheim, die Fahrtkosten betragen 3,- Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.ak-antifaschismus.de.vu

 

2./05)---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Erneut rechte Neofolk/Industrial Veranstaltung in Rosenheim
Am kommenden Samstag (22.10) findet in Rosenheim erneut eine rechte Industrial/Neofolk Veranstaltung statt. Auf dem sogenannten Neofolk.Industrial.Event im Club Blackout tritt neben der Band "Graumahd" der Österreicher Albin Julius als DJ auf. Albin ist Frontmann einer Band Namens ?Der Blutharsch?, welcher der Nordreinwestfälischen Verfassungsschutz in der Broschüre ?Musik ?Mode-Markenzeichen? ?Affinitäten zum Rechtsextremismus? attestiert.
Neben Gehard Petak (?Allerseelen?) gilt Albin Julius (?Der Blutharsch?) als Vordenker der Wiener "Neofolk"-Szene. Diese ist geprägt ist von einem vorsätzlichen, provokativen und lustvollen Kokettieren mit faschistoiden Symbolen und Texten. Man versucht man, eine elitär antidemokratische Ästhetik und Ideologie zu pflegen, ohne sich dabei jemals in den banal-politischen Neonazismus herabzulassen. Die Veröffentlichung von ?Der Blutharsch? scheinen oft das Dritte Reich und Krieg allgemein zu verherrlichen. Dazu tragen optische Mittel bei: Es werden die Sig-Rune (bekannt als das S der SS im Dritten Reich) und das Eiserne Kreuz bedenkenlos verwendet. Einen Höhepunkt an faschistischer Ästhetik erreichte ?Der Blutharsch? mit dem 1998 erschienen Live-Video ?Gold gab ich für Eisen?. Geboten wurde unter anderem die ?Finnish version of ?Lili Marleen? named ?Lisa Pien? to Europäische Freiwillige der Waffen SS an Mrsch der Sturmartillerie.? (http://drugie.here.ru/derblut/main 12.03.2000). ?Lili Marleen? wurde 1915 von Hans Leip geschrieben, welcher später durch den fragwürdigen Hit des Dritten Reichs ?Bomben auf England? traurige Berühmtheit erreichen sollte. Weiterhin verwundert die Verehrung der ?europäischen Freiwilligen der Waffen SS?, welche oft Gefangene in Straflagern waren und damit dem Tod entkamen. Wie weit hier also von überzeugten Nazis geredet werden kann oder von stolzen Soldaten und Freiwilligen mag also im Raume stehen bleiben. Wilhelm Herich (von der Gruppe ?Genocide Organ?), neben Albin zweiter Sänger auf dieser Tour, beendet den Mitschnitt mit den Worten ?free Pinochet, Freiheit für Pinochet!?. Hier wird Solidarität mit dem grausamen Ex-Diktator von Chile gezeigt, welcher vielen Nazigrößen nach dem Untergang des Dritten Reichs Unterschlupf gewährte. Weiterhin wurde er dafür bekannt, dass er viele seiner politischen Gegner in einem Sportstadion foltern und töten ließ. Weiterhin wird in dem Video eine Flasche mit einem Hakenkreuz-Etikett in die Kamera gehalten [1].
Auch "Graumahd" gehören in das Umfeld dieser Wiener "Neofolk"-Szene. Mit dem Gitarrist Jörg B. gibt es sogar personelle Überschneidungen mit ?Der Blutharrsch?. Desweiteren beteiligte sich "Graumahd" an einer rechten Compilation mit dem Titel ?Wir rufen deine Wölfe?. Diese ist dem Begründer des ?Neuen Nationalismus? und Kämpfer gegen die Weimarer Republik Friedrich Hielscher gewidmet. [2]
Dies ist bereits die zweite Veranstaltung mit ?rechten Künstlern? in der Discothek Blackout. Am Sa 16.04.05 trat in diesem Rosenheimer Club bereits "Allerseelen" auf. Diese Band und ihr Frontmann Gerhard Petak sind führende Protagonisten, die das Musikgenre Dark Wave nutzen um ihre rechtsextreme Ideologie zu transportieren.
Der AK Antifaschismus fordert das Blackout auf, diese Veranstaltung abzusagen und zukünftig seine Räumlichkeiten nicht mehr für rechte Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. An alle demokratischen Kräfte appelliert Michael Kurz, ein Sprecher des Bündnisses, sich eindeutig zu positionieren und gegen jede Form von rechten Aktivitäten aktiv zu werden. ?Währet den Anfängen? so Kurz wörtlich.

[1] Die Informationen sind der Internetseite http://www.turnitdown.de/208.html entnommen, dort gibt es weitere umfangreichere Informationen zu ?Der Blurharrsch?
[2] Die CD wurde im übrigen auf dem Label ?Aorta? von Petak (Allerseelen) veröffentlicht, die LP-Fassung auf ?Ahnstern?, einem Sublabel von ?Steinklang Records? (Österreich). Auch das Steinklanglable wird am 22.10 mit einem Verkaufsstand im Blackout anwesend sein.
 


1/05) --------------------------------------------------
Gewalt nach Eishockey
Rechte Schlläger verprügeln Jugendlliche

Rosenheim - Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es am Freitag vor einer Woche (02.09.05),
nach dem Eishockeyspiel Rosenheim gegen Landshut, zu einem brutalen Übergriff rechter
Eishockeyfans auf Jugendliche aus dem Landkreis Rosenheim.
Die Täter, welche Kleidungsutensilien mit der Aufschrift "Scenario Rosenheim" trugen, verletzten
mindestens 3 Personen. Eine Gruppe von ca. 8 "Eishockeyfans" lauerte den Jugendlichen
im Bereich der Kufsteinerstraße auf und griffen sie mit den Worten "Jetzt geht`s los,
wir dreschen Euch tot" an.
Die Opfer im Alter von 15 bis 19 Jahren wurden äußerst brutal verprügelt. So traten die
rechten Schläger unter anderem mit Stahlkappenstiefeln gegen den Kopf eines regungslos
am Boden liegenden Opfers. Dieser - ein 17 Jähriger - erlitt ein Schädeltrauma, drei seiner
Schneidezähne wurden abgebrochen.
Das Motiv ist offensichtlich das extrem rechte Gedankengut der Täter. Die der Punkszene
nahestehenden Opfer passten nicht in das beschränkte Weltbild der Schläger. Teile des
"Fanclubs" sind wahrscheinlich für das Grölen von Naziparolen im Eisstadion verantwortlich
und stehen in enger Verbindung mit der rassistischen Organisation "Legion Inntal".
Derartige Übergriffe wie am 02.09.05 sind in Rosenheim keine Ausnahme. Eines der Opfer
berichtete, bereits eine Woche zuvor schon einmal von Mitgliedern des Eishockeyfanclubs
"Scenario Rosenheim" verprügelt worden zu sein. Michael Kurz, Sprecher des Arbeitskreis
Antifaschismus, appelliert an die Zivilcourage: "Alle Demokraten - insbesondere unter den
Rosenheimer Eishockeyfans - sind aufgerufen rechten Aktivitäten entschlossen entgegenzutreten.
Wer weghört, wenn rechte Parolen skandiert werden, oder wegsieht, wenn Menschen
von Faschisten angegriffen werden, macht sich mitverantwortlich!"
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